Die Bauchspeicheldrüse besteht aus zwei weitgehend voneinander unabhängig arbeitenden Anteilen: einem exokrinen und einem endokrinen Anteil. Die Hauptmasse der Bauchspeicheldrüse bildet der exokrine Anteil, welcher für die Bildung wichtiger Verdauungsenzyme zuständig ist. Diese Enzyme werden zur Spaltung von Eiweiß, Fetten und Kohlenhydraten im Futterbrei benötigt.
Der endokrine Anteil bildet Hormone, wie das Insulin und das Glucagon, die zur Blutzuckerregulation benötigt werden.
Außerdem wird bei Hunden und Katzen in der Bauchspeicheldrüse der sogenannte Intrinsic-Faktor gebildet. Dieser ist für die Weiterbildung von Vitamin B12 in die Blutbahn zuständig.
Eine Schädigung des Pankreas hat eine ungenügende Verdauung der Fette, Proteine und Kohlenhydrate zur Folge. Die gestörte Verdauung führt zu einer verminderten Aufnahme von Nährstoffen ins Blut, da die Nahrungsbestandteile nicht ausreichend enzymatisch zerlegt sind. Mikroorganismen setzen die nicht abgebauten Nahrungsbestandteile zu toxischen Substanzen um und vergären diese. So kommt es zu Gasansammlungen im Darmbereich, die zu Blähungen führen und dem Tier starke Schmerzen bereiten. Außerdem kommt es durch den Nährstoffmangel zur Unterversorgung und zur Gewichtsabnahme.
Bei einer Erkrankung des Pankreas kann es zu Vitamin-B12-Mangel kommen, da weniger Vitamin B12 vom Dünndarm aufgenommen wird und somit nicht in die Blutbahn gelangt. Ein Vitamin-B12-Mangel führt zu Appetitmangel, Schwäche und Verdauungsstörungen.
Die häufigsten Symptome einer Pankreaserkrankung sind:
- Erbrechen/Übelkeit und Durchfall
- Appetitlosigkeit
- Bauchschmerzen im vorderen Bereich (aufgekrümmter Rücken, Gebetshaltung)
Häufige Symptome im chronischen Stadium/Pankreasinsuffizienz:
- Rasche Abmagerung bei gutem Appetit oder Heißhunger (Katze!)
- Häufiger Absatz von großen Kotmengen
- Durchfall
- Schlammiger oder fettiger, heller Kot
Die häufigste Form einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung ist die Pankreatitis (Entzündung des Pankreas). Die sogenannte Pankreasinsuffizienz kann aus einem chronischen Zustand der Pankreatitis entstehen. Auch kann durch eine autoimmunbedingte Entzündung das eigene Immunsystem des Tieres die Bauchspeicheldrüse zerstören. Diese Erkrankung kommt z. B. bei Schäferhunden und Collies vor.
Die Risikofaktoren einer Pankreatitis sind einerseits eine Rassedisposition (z. B. Boxer, Cocker Spaniel und Yorkshire Terrier) und andererseits Übergewicht des Tieres. Durch hohe Fettgehalte im Blut kann es zum Anstieg der Entzündungswerte kommen, die eine Pankreatitis begünstigen. Auch eine Diabeteserkrankung kann der Auslöser sein. Bei Katzen kommt es häufig durch eine übergreifende Darmentzündung zu einer bakteriell bedingten Pankreatitis. Manchmal tritt gleichzeitig eine Lebererkrankung auf.
Die Diagnosestellung bei Pankreaserkrankungen erfolgt durch eine Blutuntersuchung, bei der die Enzyme der Bauchspeicheldrüse, Vitamin B12 und Folsäure bestimmt werden. Eine Röntgen-/Ultraschalluntersuchung kann sich anschließen.
Eine Diät, die die Bauchspeicheldrüse entlastet, ist der wichtigste Baustein in einer erfolgversprechenden Therapie. Die Futterration sollte hochverdaulich und eiweißreich sein. Beim Hund ist eine Fettreduktion anzuraten, während bei der Katze kein eindeutiger Zusammenhang mit dem Fettgehalt der Ration besteht. Die Fütterung sollte aus kleinen Portionen bestehen. Es ist ratsam, jeder Fütterung ein Präparat von Pankreasenzymen (Pulver oder Kapseln) hinzuzufügen. Die zugesetzten Pankreasenzyme helfen bei der Verdauung im Futterbrei und entlasten somit die Bauchspeicheldrüse.
Besteht gleichzeitig ein Vitamin-B12-Mangel, ist es notwendig, Vitamin B12 entweder über die Ernährung als Pulver zu ergänzen oder bei starkem Mangel (Blutuntersuchung!) dem Tier wöchentliche Injektionen mit Vitamin B12 zu verabreichen. Eine Überprüfung durch eine Blutuntersuchung zeigt, ob der Normwert von Vitamin B12 wieder erreicht ist.
Alle Zutaten in der Futterration müssen hochverdaulich sein, was auch bedeutet, dass alle zugeführten Nahrungsmittel gekocht und stark zerkleinert bis breiig sein sollten.