Harnwegsinfektionen bei Hunden

Aus der Literatur geht hervor, dass 14 % aller Hunde im Laufe ihres Lebens an einer Harnweginfektion erkranken.

Häufig gehen Harnweginfektionen mit anderen Krankheiten (z. B. Diabetes mellitus) oder anderen Krankheitserscheinungen (wie z. B. Struvit-Harnsteinen) einher. Sehr häufig liegt bei einer Harnweginfektion eine Reduktion des Immunsystems vor, die an einem schlechten Körperzustand zu erkennen ist. Das Risiko für Harnweginfektion lässt sich reduzieren, indem darauf geachtet wird, dass durch die Ernährung des Hundes ein idealer Körperzustand mit einem gut funktionsfähigem Immunsystem aufrechterhalten wird.

Übergewichtige Hunde haben ein erhöhtes Risiko für Harnweginfektionen.

Struvit-Harnsteine bei Hunden

Struvit-Harnsteine zählen zu den beiden am häufigsten Harnsteinarten bei Hunden und Katzen. Im Gegensatz zu Katzen, bei denen die meisten Struvit-Harnsteine stabil sind, gehen Struvit-Harnsteine bei Hunden in der Regel mit Harnweginfektionen einher. Die beteiligten Bakterien bauen Harnstoff ab, was letztlich zu einem Anstieg des pH-Wertes im Urin führt und der Bildung von Ammonium, gemeinsam wird so die Bildung von Struvit-Harnsteinen gefördert. In Kombination mit einer geeigneten Antibiotikatherapie kann die Ernährung sehr gut zur Auflösung von Struvit-Harnsteinen beitragen.

Therapeutische Harnwegsdiäten werden eingesetzt, um die Ausscheidung von Harnsteinen zu fördern oder zu beschleunigen.

Folgende Mechanismen zeichnen eine therapeutische Harnwegsdiät aus:

  1. Schaffung eines sauren Harns, der die Auflösung von Struvit-Harnsteinen fördert.
  2. Kontrolle der Zufuhr von Magnesium und Phosphor, die Bestandteile von Struvit-Harnsteinen sind.
  3. Die Zugabe von Wasser zum Futter erhöht das Urinvolumen und fördert somit eine stärkere Verdünnung des Urins.

In manchen Fällen ist es ratsam, eine therapeutische Harnwegsdiät noch länger nach der Auflösung bestehender Harnsteine zu füttern, um ein Wiederauftreten zu verhindern. Der Harn des Hundes sollte periodisch vom Tierarzt untersucht werden, um die Diät den Befunden anzupassen.

Kalziumoxalat-Harnsteine bei Hunden

Kalzium-Oxalat-Harnsteine gehören zu den beiden häufigsten Harnsteinarten bei Hunden. Sie können sich nicht von selber bzw. durch eine geeignete Therapie/Ernährung auflösen, sondern müssen chirurgisch entfernt werden. Die Rezidivrate ist sehr hoch, da häufig die Fütterung nicht umgestellt wird. Nahrungsmittel mit hohem Oxalsäuregehalt und zu viel Calcium im Futter fördern die Bildung von Kalziumoxalat-Kristallen. Weiterhin begünstigt ein saurer Harn-pH-Wert deren Bildung.

Folglich sollten in einer passenden Diät oben genannte harnsteinbildende Nahrungsmittel und Zusätze reduziert werden. Die Futterration sollte so zusammengestellt werden, dass der pH-Wert des Harns im leicht basischen Bereich liegt (zwischen 7–7,3). Auch sollte eine Erhöhung der Wasseraufnahme gefördert werden (hoher Wasseranteil im Feuchtfutter). Das ist der wichtigste Faktor, um den Harn zu verdünnen und Mineralstoffe auszuspülen. Übergewicht muss unbedingt vermieden werden.

Harnweginfektionen bei Katzen

Harnweginfektionen bei Katzen werden indirekt durch die Ernährung beeinflusst, da sie häufig gleichzeitig mit diätetisch bedingten Krankheiten einhergehen (wie z. B. schlechter Körperzustand, chronische Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus).

Auch scheint eine genetische Disposition durch ein angeboren geschwächtes Immunsystem bei der Katze für Harnwegsinfektionen eine wichtige Rolle zu spielen.

Harnweginfektionen treten bei Katzen häufig mit Harnsteinen auf. Die häufigsten Harnsteine bei Katzen bestehen aus Struvit und Kalziumoxalat.

Struvit-Harnsteine bei Katzen

Studien zufolge leiden zwischen 3–5 % der Katzen, die in Tierkliniken vorgestellt werden, an sogenannten Erkrankungen der unteren Harnwege (FLUTD). Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Krankheiten, die die Harnblase und die Harnröhre betreffen und die durch zahlreiche Faktoren wie Stress, geringe Wasseraufnahme, Übergewicht, Bewegungsarmut und „Hauskatzendasein“ begünstigt werden. Harnsteine sind für 7–22 % der FLUTD-Fälle verantwortlich. Struvitsteine zählen zu den beiden am häufigsten vorkommenden Harnsteinarten.

Therapeutische Diäten können zur Behandlung, zur Auflösung von Struvit-Harnsteinen und zur Senkung des Rezidivrisikos bei Katzen eingesetzt werden.

Folgende Mechanismen zeichnen eine therapeutische Harnwegsdiät aus:

  1. Schaffung eines Harns, der im sauren pH-Bereich von 6,0–6,4 liegt.
  2. Kontrolle der Zufuhr von Magnesium und Phosphor in der Ernährung, da diese Bestandteile von Struvit-Harnsteinen sind.
  3. Erhöhung der Wasseraufnahme, um das Harnvolumen zu erhöhen und eine geringere Konzentration von Harnstein-Vorläufern zu haben (z. B. Trinkbrunnen!).
  4. Anbieten von Möglichkeiten zur Reduzierung von Stress:
    • Aktivitäten mit Spielzeug, Spieleinheiten
    • eventuell Möglichkeit zum temporären Freigang schaffen, wenn reine Wohnungskatze
    • genügend Wasser- und Futternäpfe
    • mehr Katzentoiletten, saubere Katzentoiletten
    • mehr Platz schaffen, wichtig in Haushalten mit mehreren Tieren
    • sicherstellen, dass ältere Katzen bequem in die Katzentoilette hinein- und wieder herausklettern können.

Kalziumoxalat-Harnsteine bei Katzen

Auch Kalziumoxalat-Harnsteine kommen häufig bei Erkrankungen der unteren Harnwege (FLUTD) der Katze vor. Siehe dazu bitte Text unter Struvit-Harnsteine bei Katze! Kalziumoxalat-Harnsteine müssen chirurgisch entfernt werden. Die Rezidivrate ist jedoch hoch, sodass durch eine therapeutische Diät ein Wiederauftreten verhindert werden sollte.

Folgende Futterprinzipien sollten bei einer Diäterstellung beachtet werden:

  1. Es ist auf eine bedarfsdeckende, jedoch nicht übermäßige Zufuhr von Kalzium zu achten.
  2. Trinkwassererhöhung (siehe Struvitseite)
  3. Ein leicht erhöhter, alkalischer Harn-pH-Wert zwischen 7–7,3 wird angestrebt, um die Bildung von Kristallen zu hemmen.
  4. Fütterung von hochverdaulichem Protein (z. B. Muskelfleisch) und Verzicht auf bindegewebsreiche Komponenten (Innereien), da diese zu Oxalsäure umgewandelt werden können.
  5. Anbieten von Möglichkeiten zur Reduzierung von Stresss

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Harnwegsinfektionen bei Hunden.

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Erreichbarkeit

Montags bis Freitags
13:00 Uhr – 18:00 Uhr
Termine nach Absprache
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Telefon: +49 (0) 241 1890928