Epilepsie bei Hunden

Die idiopathische (= angeborene) Epilepsie ist die häufigste Ursache für chronische Krampfanfälle bei Hunden. Die medikamentöse Therapie kann schwierig und frustrierend sein. Bis zu 30 % der Hunde verbleiben unter einer medikamentösen Therapie mit unkontrollierten Anfällen.

Epilepsie zeichnet sich durch ein wiederholtes Vorkommen von Anfällen aus. Die Nervenbahnen, sogenannte Neuronen, arbeiten während eines Anfalls nicht synchron und große Gruppen von Neuronen „feuern“ gleichzeitig. Glukose ist die Hauptquelle der Energie im Gehirn. Während eines epileptischen Anfalls ist im Gehirn der Glukosestoffwechsel abrupt unterbrochen. Es ist nicht möglich, Glukose als Energiequelle vollständig zu ersetzen, jedoch können sogenannte Ketonkörper eine Alternative darstellen.

Eine Quelle von Ketonen sind spezielle Fette, die MCTs heißen und in bestimmten pflanzlichen Ölen vorkommen (Kokosnussöl und Palmkernöl). Die MCTs können gut vom Gehirn verstoffwechselt werden und somit zur Energiegewinnung genutzt werden. Die Forschung hat gezeigt, dass Ketone und mittelkettige Fettsäuren, die aus MCTs gewonnen werden, auch zusätzlich eine krampflösende Wirkung haben.

Eine der Fettsäuren der MCTs trägt nämlich dazu dazu bei, den Kreislauf abnormaler elektrischer Aktivität zu durchbrechen. Eine empirische Studie mit Hunden, die eine MCT-Diät bekamen, ergab, dass sich bei 71 % der Hunde die Situation der Erkrankung deutlich verbesserte. Sogar waren 14 % der Hunde mit einer MCT-Diät anfallsfrei geworden!

Durch eine mit MCT angereicherte Diät verbesserten sich auch zwei von vier Verhaltensweisen, die mit einer Hyperaktivitätsstörung zusammenhängen. Auch erhöhte sich die Trainierbarkeit der Hunde, was auf mögliche angstmindernde Wirkungen der ketogenen MCT-Diät hindeutet.

Ketogene Diäten werden seit vielen Jahren erfolgreich in Verbindung mit einer medikamentösen Therapie zur Behandlung der Epilepsie bei Menschen eingesetzt.

Grundsätzlich sollte die Diät für einen Hund mit Epilepsie in Bezug auf die Energieabgabe ausgewogen sein. Schwankungen im Energiehaushalt können dazu führen, dass die Nervenzellen überreizt sind und Anfälle leichter ausgelöst werden. Die Art und Menge der Kohlenhydrate spielt hier eine wichtige Rolle. Der Anteil der Kohlenhydrate in der Futterration sollte stark reduziert werden. Stattdessen ist der Fettanteil zu erhöhen.

Komplexe Kohlenhydrate (wie z. B. Kartoffeln oder Vollkornreis) in reduzierter Menge, helfen den Blutzuckerspiegel stabil zu halten.

Ballaststoffreiche Gemüse (wie z. B. Kürbis) können einen großen Teil der Kohlenhydrate ersetzen und liefern Energie, ohne den Blutzuckerspiegel stark zu beeinflussen.

Es sollten nur hochwertige Proteine (z. B. Muskelfleisch vom Huhn, Fisch) vor allem zur Aufrechterhaltung der Muskelmasse des Patienten gefüttert werden. Auch gibt es bestimmte Aminosäuren (= Bausteine der Proteine), die für die Funktion des Nervensystems notwendig sind. Zum Beispiel reguliert die Aminosäure Tryptophan als Vorstufe des Glückshormons Serotonin die Stimmung und den Schlaf.

Als Zusätze zum Futter sollten Omega-3-Fettsäuren in Form von Fisch-, Krill- oder Algenöl gegeben werden. Die B-Vitamine sollten 2–3fach über der Erhaltungsdosis dem Menü zugesetzt werden. Magnesium und Zink können helfen, den Stresslevel des Hundes zu senken.

Letztendlich ist auch die Art der schulmedizinischen Medikation und deren Nebenwirkungen entscheidend für die Zusammenstellung eines individuellen Menüs bei einem Epilepsiepatienten. Einige Nebenwirkungen der Medikamente können sicherlich durch eine gezielte Auswahl der Nahrungsbestandteile und durch Kombination gelindert werden.

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Epilepsie bei Hunden.

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